How to be a woman

„Das neue feministische Standardwerk“ schreibt die Times über Caitlin Morans Buch „How to be a woman – wie ich lernte, eine Frau zu sein“.

Moran beschreibt humorvoll und schonungslos ehrlich ihren Weg dazu, eine Frau und Feministin zu sein. Wie sie mit BHs und Stringtangas kämpft, ihre Tage erlebt, diverse Fragen wie Rasur, Gewicht, Sexismus und Pornographie aus der Sicht der modernen Frau diskutiert, und unterwegs immer wieder in das eine oder andere Fettnäpfchen tritt.

Es gibt keine Anleitung dafür, wie Mädchen zur Frau wird. Es ist ein hartes Stück Arbeit, sich in seinem eigenen Körper und in der Gesellschaft zurecht zu finden. Sie lenkt den Blick auch auf den Alltag, die angeblichen Kleinigkeiten, die sonst nicht vom Feminismus in den Mittelpunkt gestellt werden: Brauchen wir Intimwaxing überhaupt? Warum müssen Frauen immer nett sein? Wozu all diese Schönheitsklischees?

Caitlin Moran hat eine einfache und klare Definition von Feminismus. Sie fragt zwei Fragen:

Haben Sie eine Vagina?

Möchten Sie selbst über sie bestimmen?

Dann willkommen im Club!

Um Sexismus zu erkennen, schlägt sie vor, zu fragen, ob Männer das auch tun würden, ob sie sich für etwas genauso verrückt machen würden, ob sie genauso kritisiert würden. Erkenntnis ist der erste Schritt, etwas zu verändern. Sie empfiehlt als erste Gegenmaßnahme, die Situation anzusprechen, nicht zu ignorieren, aber nicht dem Gegenüber Sexismus, sondern Unhöflichkeit vorzuwerfen. Diesem Vorwurf haben die Wenigsten etwas entgegenzusetzen.

Sie kritisiert die Hochglanzmagazine, die nichts besseres zu tun haben, als die Stars, hier vor allem die Frauen, gnadenlos zu verfolgen und jede Falte, jeden verutschten Lidstrich zur Schlagzeile zu stilisieren. So steht Frau immer wieder vor dem Dilemma, nach außen eine gewisse Wirkung haben zu müssen, eine bestimmte Rolle spielen zu müssen, die perfekt sein soll.

Sie schreibt auch über Geburten, Abtreibung und Muttersein. Sie ist selbst Mutter, tritt aber dem verbreiteten übermächtigen Muttermythos vehement entgegen. Eine Nulltoleranzstrategie ist ihrer Meinung nach die einzige Möglichkeit, den Frauen ihr Recht zu geben und zu erhalten, selbst darüber zu entscheiden, ob sie Kinder haben wollen oder nicht.

Frauen sind keine einzige große Problemzone. Sie dürfen fett, faul und dumm sein, wie Männer auch. Sie dürfen sich kleiden, wie sie wollen. Moran meint, dass all diese Faktoren uns wirklich egal sein sollten, und wir sie nicht mehr als Probleme sehen sollten. So können wir uns entspannen, um uns um die wirklich wichtigen Probleme noch nicht erreichter Gleichberechtigung kümmern zu können.

-RedRonja

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Feminismus: Mehr davon!

8. März: Weltfrauentag. Feministisches Coming-Out!

Brauchen wir Feminismus noch? Und wofür? Sind wir angekommen oder was ist noch zu tun? Was meinen unsere LeserInnen?

EZ: Was ist für dich Feminismus?

Sabine: Für mich ist Feminismus politisch: Wir setzen uns für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein. Er ist eine politische Grundhaltung, ohne die ein gleichberechtigtes Miteinander nicht möglich ist.

EZ: Was stört dich an Feminismus? oder: Was findest du gut und wichtig?

Sabine: Es stört mich, dass es so viele unterschiedliche Meinungen gibt, die sich gegenseitig nicht akzeptieren, aufeinander rumhacken und so zu keinem Ergebnis kommen. Wir haben dieselben Ziele, und sollten zusammenarbeiten, auch wenn das Kompromisse bedeutet. Gut finde ich, dass es so viele mutige Frauen gab und gibt, die unheimlich viel bewegt haben und es noch immer tun. Wer weiß, wo wir ohne sie wären!

EZ: Werden heute Feministen/-innen noch gebraucht?

Sabine: Ja, unbedingt. Wir brauchen mehr davon, denn leider ist der Begriff oft falsch verstanden und verpönt. Und wir brauchen mehr Männer, die mitmachen, und mehr Frauen, die nicht dagegen, sondern dafür agieren.

EZ: Können wir dich namentlich zitieren? Alter/Name/Beruf usw :

33 Jahre, Sabine, Kulturwissenschaftlerin

-RedRonja

Freiheit, zu entscheiden – Was ist für dich Feminismus?

Brauchen wir Feminismus noch? Und wofür? Sind wir angekommen oder was ist noch zu tun? Was meinen unsere LeserInnen?

EZ: Was ist für dich Feminismus?

Alina: Für mich hat Feminismus mit Frau sein zu tun und mit dem Einsetzen für die Rechte der Frauen.

EZ: Was stört dich an Feminismus? oder: Was findest du gut und wichtig?

Alina: Aber es gibt auch für mich eine negative Konnotation, wenn zu stark darauf gepocht wird. Wenn Frauen gerne nur Kinder aufziehen wollen und der Mann als Ernährer fungiert, finde ich das auch okay. Eine Frau soll sich entscheiden können, was sie machen möchte. Das Gleiche gilt für den Mann!

EZ: Werden heute Feministen/-innen noch gebraucht?

Alina: Die Frage stelle ich mir gerade oder ist das Wort schon überholt? Brauchen wir Feministen/-innen für die Gleichberechtigung? Ich glaube, dass die Gesellschaft starke Frauen braucht, ich weiß nicht, ob sie Feministen/-innen braucht.

EZ: Können wir dich namentlich zitieren? Alter/Name/Beruf usw :

35 Jahre, Alina, Schulsozialarbeiterin

-RedRonja

Feminismus im Alltag: Zu leise geworden

Ist Feminismus nicht überholt? Sind das nicht eigentlich nur Emanzen, die nicht in der Gegenwart angekommen sind? Solche und ähnliche Sätze hört frau/man immer wieder.

Zeit zu fragen, was die Menschen in unserem Umfeld eigentlich von Feminismus halten!

EZ: Was ist für dich Feminismus?

Amelie: Feminismus heißt für mich, dass Frauen sich als Frauen verstehen und dafür einstehen, dass ihre speziellen sozialen Fähigkeiten anerkannt und eingesetzt werden, gerade in weiterhin frauenuntypischen Bereichen wie Wirtschaft, Politik, Globales Unternehmertum. Für mich bedeutet das nicht, dass sich Männer grundsätzlich schlecht verhalten und Frauen mehr Respekt von Männern bekommen sollen. Sollen sie natürlich auch, aber in erster Linie bedeutet Feminismus für mich den Einsatz für mehr Selbstbewusstsein als Frau und auch für mehr Respekt und Wertschätzung der Frauen untereinander zu sorgen. Frauen haben die Möglichkeit, wirklich etwas zu bewegen. Sie haben Ziele und setzen diese in der Regel eher durch als männliche Gleichgesinnte. Die eigenen Stärken zu sehen und zu fördern, auch durch politische Entscheidungen wie einer Frauenquote in Unternehmen, das gehört für mich zum Feminismus dazu. Und kritisch die Zustände zu hinterfragen. Warum gibt es überhaupt so wenig Frauen in den Führungsetagen, woran liegt das? Liegt das nur an der Kinderbetreuung, also daran, dass ich mich als Frau noch immer entscheiden muss zwischen Kind und Karriere oder an gesellschaftlichen Moralvorstellungen, in denen die Frau noch immer als Heldin der Hausarbeit existiert? Welche unterschiedlichen Selbstbilder gibt es? Und an welchen Stellen geht es um mehr als die Selbstdefinition, zum Beispiel bei körperlichen An- und Übergriffen auf Frauen und Mädchen? Feminismus ist eine umfassende Bewegung, die in alle Bereiche reinreicht, in denen Frauen handeln.

EZ: Was stört dich an Feminismus?

Amelie: Wenn Männer ausschließlich als die Inkarnation des Bösen dargestellt werden, das finde ich nicht richtig. Feminismus bedeutet auch, die männliche Seite zu Wort kommen zu lassen und ihr den entsprechenden Respekt zu geben. Und es gibt auch ausreichend Frauen, die gegen ihre Mitfrauen agieren. Wenn Feminismus als Emanzentum und reines Gehabe verschrieen wird, dann ist das für mich eher ein Zeichen, dass noch nicht genug geschehen ist und Frauen noch viel lauter werden müssen. Vielleicht stört mich das am Feminismus: Er ist zu leise geworden.

 EZ: Was findest du gut und wichtig?

Amelie: Ich finde es wichtig, sich weiterhin mit feministischen Themen zu beschäftigen. Mein eigenes Anliegen ist es, Mädchen und Frauen noch stärker in die großen Zusammenhänge zu bringen, also in Wirtschaft und Politik. Hier fehlt es noch an fraulichen Frauen, also Frauen, die auch dazu stehen, dass sie Frauen sind und die nicht dazu gezwungen werden oder sich selbst dazu zwingen, eigentlich männlicher als die sie umgebenden Männer zu sein. Man darf sich als Frau auch im Berufsalltag auffällig oder sexy kleiden, wenn man möchte. Und man darf auch laut seine Meinung sagen. Und man darf auch bitteschön etwas erreichen, ob beruflich, politisch oder sozial. Ich finde es gut, dass Feminismus dafür sorgt, dass wir uns die Möglichkeit zu all dem erschaffen können. Sprache ist auch ein wichtiger Träger von feministischen Anliegen. Man kann es lächerlich finden, aber die Einführung der weiblichen Formen bei Berufsbezeichnungen und Anreden hat vielleicht dazu geführt, dass Beschreibungen länger werden. Es hat aber vor allem dazu geführt, dass Frauen direkt angesprochen wurden und werden und dadurch auf der sprachlichen Ebene weniger vernachlässigt werden. Solche Entwicklungen geschehen nicht von heute auf morgen, aber solange sie immer weiter durchgesetzt werden, werden sie auch allmählich im allgemeinen Bewusstsein sedimentiert, bis sie selbstverständlich werden. Dafür muss man aber auch immer wieder daran erinnern und selber dafür einstehen, dass eine korrekte sprachliche Beschreibung notwendig ist.

EZ: Werden heute Feministen/-innen noch gebraucht?

Amelie: Wieso denn nicht? Ich hoffe, dass es bald auch Maskulinisten gibt, die für ein neues, passenderes Männerbild einstehen und im Dialog mit Feministinnen stehen, um für ein dynamisches Miteinander zu sorgen.

EZ: Können wir dich namentlich zitieren? Alter/Name/Beruf usw.

Amelie Hauptstock, 28, freiberufliche Germanistin in Dortmund. Inhaberin von *hauptwort. Sprachgestalterin, Existenzbilderin, Singer/Songwriterin mit ihrer Band ANNA. Lehrbeauftragte an der TU Dortmund. Initiative kunst+ zur Verknüpfung von Kunst und Unternehmen.

-RedRonja

Feminismus II

EZ: Was ist für dich Feminismus?


Katharina: Früher dachte ich, Feministinnen sind ein Haufen von in den 68ern hängengebliebenen, männerhassenden Kampflesben oder zumindest Bisexuelle, die jede Gelegenheit nutzen, sich über Kleinigkeiten zu beschweren die überhaupt keine Bedeutung haben.
Mittlerweile habe ich meine Meinung revidiert:

1. bin ich mir sicher dass ich da mal wieder den falschen Medien auf den Leim gegangen bin.

2. musste ich feststellen dass noch genug Frauen auf dieser Welt und insbesondere auch noch in Deutschland benachteiligt und diskriminiert werden. Ich denke, dass Feministinnen versuchen, diesen Zustand zu ändern.

EZ: Was stört dich an Feminismus? oder: Was findest du gut und wichtig?

Katharina: Wichtig finde ich, dass Feministinnen es schaffen, Ihre Anliegen der Öffentlichkeit verständlich zu machen.

EZ: Werden Feministen/-innen heute noch gebraucht?

Katharina: NATÜRLICH! Leute, die sich für Gleichberechtigung einsetzen, brauchen wir, zumindest so lange es sie noch nicht gibt.

Katharina, 31, Sales-Assistentin, Frankfurt am Main

-RedRonja

Was ist für dich Feminisumus?

Am 8. März ist Weltfrauentag.

Tag des feministischen Coming-Outs, so EMMA.

Ist Feminismus nicht überholt? Sind das nicht eigentlich nur Emanzen, die nicht in der Gegenwart angekommen sind? Solche und ähnliche Sätze hört frau/man immer wieder.

Gloria Steinem und Katleen Hanna sehen das nicht so.

http://www.emma.de/ressorts/artikel/junge-feministinnen/steinem-meets-riot-grrrl/

Zeit zu fragen, was die Menschen in unserem Umfeld eigentlich von Feminismus halten?

EZ: Was ist für dich Feminismus?

Linda Ruth: Feminismus ist für mich die Erkenntnis, dass es eine lange Tradition der Verachtung und Benachteiligung von Frauen auf verschiedenen Ebenen gibt (die übrigens auch für Männer zu vielen Problemen, aber auch zu Privilegien führt), der Wunsch, etwas dagegen zu tun und die Aktivitäten und Verhaltensweisen die sich daraus ableiten.

Feministin zu sein bedeutet für mich, zu überlegen, wie eine gerechtere Gesellschaft aussehen könnte, und Veränderungen hin zu einer gerechteren Gesellschaft anzustoßen oder zu unterstützen.

EZ: Was stört dich an Feminismus?

Linda Ruth: Gar nichts. Es gibt verschiedene Strömungen ebenso wie es verschiedene Frauen gibt. Ich wünsche mir oft unter Frauen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen mehr Solidarität und weniger persönliches Niedermachen (das gilt für Feministinnen und Nicht-Feministinnen).

Klar sind wir alle verschieden, aber wir werden oft in eine große Schublade mit Klischees gesteckt (Frauen sind so und so, können das und das nicht, wollen doch eigentlich… blablabla… ), dadurch entstehen Probleme, die wir dann durchaus gemeinsam haben, wenn auch nicht immer in den gleichen Lebensbereichen oder in den gleichen Lebensabschnitten. Und diese Schublade können wir nur gemeinsam sprengen.

EZ: Was findest du gut und wichtig?

Linda Ruth: Gut finde ich, dass Feminismus immer wieder kommt, auch wenn er lächerlich gemacht wird, für unnötig erklärt wird, das Erreichte verdrängt, verschwiegen oder vergessen wird. Wir brauchen den Feminismus für eine bessere Welt.

EZ: Werden heute Feministen/-innen noch gebraucht?

Linda Ruth: Ja. Und auch morgen und übermorgen.

EZ: Können wir dich namentlich zitieren? Alter/Name/Beruf usw.

Linda Ruth: Ja. Linda Ruth Wotzlaw, 33 Jahre, Assistentin der Geschäftsführung beim Essener Kolleg für Geschlechterforschung, Vorstandsmitglied beim Frauenarchiv ausZeiten.

-RedRonja

Margot Käßmann: Sehnsucht nach Leben

Sehnsucht – ist oft etwas Unerreichtes, etwas, vor dem wir Angst haben, es nicht zu erreichen, etwas, das uns trotzdem immer wieder antreibt und von dem wir oft nicht lassen können.

Am 13.12.11 fand eine Lesung von Margot Käßmann an der Ruhr-Universität zu ihrem neuen Buch statt, „Sehnsucht nach Leben“.

Mit diesem Buch möchte sie uns Mut machen, uns unseren Sehnsüchten zu stellen. Erfüllung von Sehnsucht heißt auch Veränderung, und davor haben wir oft Angst. Sie will uns Mut machen, trotzdem unsere Sehnsüchte zu wagen, uns ihnen anzuvertrauen, indem wir uns Gott anvertrauen. Er leitet uns auf diesem Weg, der uns unseren Sehnsüchten näher kommen lässt oder auch Abschied nehmen lässt. Er begleitet uns auf einem Weg, der uns uns selbst und einem Leben in Fülle näherbringt, wenn wir unsere Sehnsüchte, erfüllt oder unerfüllt, Teil unseres Lebens sein lassen.

Eberhahrd Münch hat die Texte von Margot Käßmann mit seinen Bildern illustriert. Vor jedes Kapitel setzt er ein Bild, in dem wir symbolhaft unsere Sehnsüchte wiederfinden können. Durch die Wahl seiner Farben und Formen bestätigen diese Bilder, dass wir uns auf positive Weise mit unseren Sehnsüchten beschäftigen können und diese in unser Leben integrieren können. Das Bild, das er dem Kapitel zur Sehnsucht nach Liebe voranstellt, ist von unterschiedlichen roten Tönen geprägt, so wie es unterschiedliche Arten von Liebe gibt. Die Farben verlaufen kreisförmig, und deuten so die Ewigkeit an, die Ewigkeit der Liebe Gottes zum Beispiel. Oder man könnte darin eine Seele finden, die sich nach Geborgenheit sehnt, und von einem liebenden mütterlichen Kreis umschlossen wird. Oder eine Umarmung, die ein Freund dem anderen zuteil werden lässt, um zu trösten.

Diese vielfältige Haltung spiegelt sich auch in Margot Käßmanns Texten wieder. Sehnsucht ist so vielfältig, so individuell, und doch uns allen gemeinsam. Wir sehnen uns nach Stille, nach Heimat, nach Frieden oder Trost, nach Liebe. Ein Teil von uns sehnt sich vielleicht nach Gott, in diesen Sehnsüchten, oder nach einer Geborgenheit, die wir in unserem säkularisierten Leben vermissen.

Margot Käßmann zeigt uns, dass Gottvertrauen eine Antwort auf diese Sehnsüchte geben und uns einem erfüllten Leben näherbringen kann. Eine selbstbewusste, beeindruckende Frau, die uns zum Nachdenken anregt.

Die Tiefe von Eberhard Münchs Bildern führt uns ebenfalls auf einen Pfad, der uns tiefer hinter unsere Sehnsüchte blicken lässt.

Die Texte und Bilder dieses Buches laden ein auf mehr, mehr in ihnen und in uns selbst zu entdecken, in einen inneren Dialog zu kommen und die eigenen Sehnsüchte besser kennen zu lernen und ins eigene Leben zu integrieren, sie vielleicht sogar – zu leben.

– RedRonja